In die Friedrichstadt kamen die jungen Architekturstudenten und Gründungsmitglieder
der Künstlergruppe BRÜCKE durch Erich Heckel, der seit 1904 mit seinen Eltern
in dem Haus Berliner Straße 65 wohnte und von dort aus - seit der Gründung
der Künstlergruppe 1905 - auch die Geschäftsstelle der BRÜCKE führte.
Kirchner wechselte 1907 von der Südvorstadt in dieses Viertel und bezog einen
kleinen Laden auf der Berliner Straße 60. Im selben Haus wohnte für kurze
Zeit auch Karl Schmidt-Rottluff. Das Haus ist 1945 zerstört worden. Hier,
im Erdgeschoss der Berliner Straße 80, nutzte Kirchner zwei kleine Räume und
einen Flur, zusammen wenig größer als 26 Quadratmeter, als Atelier und Wohnung.
Das Atelier war mit selbstbedruckten Stoffen und geschnitztem Inventar ausgestattet.
Davon sind immer wieder Teile als Hintergrundmotiv in jenen Bildern der BRÜCKE-Künstler
zu finden, die dort beim gemeinsamen Aktzeichnen entstanden sind.
Cornelia Koch